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Bayer Climate Program:
Verantwortung übernehmen gegenüber zukünftigen Generationen

Adress by Werner Wenning
In Kyoto wurde 1997 der Grundstein dafür gelegt. In Bali wurde 2007 die zweite Phase vorbereitet. Und in Kopenhagen soll Ende nächsten Jahres das neue Klima-Abkommen verabschiedet werden.

Die Europäische Gemeinschaft hat in der internationalen Klimapolitik von Anfang an eine Vorreiter-Rolle eingenommen. Dies ist sicherlich ein Ausdruck des hohen Stellenwertes, den der Umwelt- und Naturschutz in Europa genießt.
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Sicherlich auch ein Beweggrund ist die Tatsache, dass die Europäische Union als Wirtschaftsraum maßgeblich zum Treibhausgasausstoß beiträgt. Laut Kyoto-Protokoll ist die EU für ein Sechstel der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich.
Die hieraus entstehende Verpflichtung wird von der EU ohne Vorbehalte akzeptiert. Was für die EU im Weltmaßstab gilt, trifft auf Deutschland innerhalb der EU zu: Unser Land will eine verantwortungsbewusste Vorreiterrolle in Europa einnehmen.

In ihrer Klimapolitik konzentriert sich die EU auf fünf Gebiete, die die Europäische Kommission im März 2007 vorgestellt hat:

1. die Festschreibung der Treibhausgas-Reduktionsziele
2. die Weiterentwicklung des Emissionshandels
3. Maßnahmen zur Steigerung der Energie-Effizienz
4. den Ausbau erneuerbarer Energien
und 5. die Förderung von neuen Technologien zur Bekämpfung des Klimawandels.

Bereits im ersten Punkt – der Festschreibung der Treibhausgas-Emissionsziele – wird das zentrale Dilemma der Klimathematik deutlich. Erfolg kann es nur geben, wenn alle am selben Strang und in die selbe Richtung ziehen.
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Die EU mag ja schon eine beachtliche Größe haben. Aber ein Alleingang in Sachen Klima wäre sowohl klimatechnisch wirkungslos als auch ein politischer und ökonomischer Irrweg. Wenn die im Kyoto-Protokoll beschlossene Eindämmung der globalen Erwärmung um maximal 2 Grad auch tatsächlich gelingen soll, sind weltweit klare Ziele unabdingbar.
Die EU hat sich solche Ziele gesetzt. Sie bekennt sich zu einer Reduzierung der Treibhausgase im Zeitraum 1990 bis 2020 um mindestens 20%. Und sie bietet die Option an, diesen Wert bis auf 30% zu erhöhen, wenn sich andere Industrie-Nationen diesem Ziel anschließen.

Für die deutsche Industrie ist ein Reduktionsziel von 30% ehrgeizig, aber machbar. Dies belegen Studien. Und die deutsche Bundesregierung hat sich bereits zu diesem Ziel bekannt.
Doch werden die von der EU angebotenen zusätzlichen zehn Prozent ausreichend andere Länder, insbesondere die großen CO2-Emittenten, dazu bewegen können, den eigenen Beitrag zu erhöhen?
Dabei erscheint schon das europäische Ziel, gemessen an der realen Energieverbrauchs-Entwicklung noch nicht ehrgeizig genug.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat errechnet, dass die Treibhausgas-Emissionen weltweit im Zeitraum 1990 bis 2005 trotz Kyoto um 27 Prozent gestiegen sind.
Die International Energy Agency geht davon aus, dass der weltweite Energiekonsum bis 2030 weiter um rund 60 Prozent steigen wird.
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In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass rund ein Drittel der Menschen heute noch keinen Zugang zu Strom hat. Wachsen insbesondere die Ökonomien in Schwellenländern wie China, Indien, Brasilien und Südafrika weiter, würde sich ihr Energiebedarf und auch ihr CO2- Ausstoß deutlich erhöhen.
Um den Anstieg der Treibhausgas-Konzentration in der Erdatmosphäre zu stoppen, müssen aber laut EU bis zum Jahr 2050 weltweit bis zu 50% der Emissionen gegenüber 1990 vermieden werden.
Wir brauchen also eine Kehrtwende bei den weltweiten Treibhausgas-Emissionen.

Wie will man versuchen, das zu schaffen?
Damit sind wir beim zweiten Punkt des europäischen Maßnahmenkatalogs: dem Emissionshandel.
Der Emissionshandel ist ein wesentliches Steuerungsinstrument der Klimapolitik. Er setzt die Obergrenze der Emissionen fest, verteilt die Emissionsberechtigungen an die Marktteilnehmer und überwacht, dass die tatsächlichen Emissionen durch Zertifikate gedeckt sind.

Unternehmen haben die Wahl, ob sie in Vermeidungstechnologien investieren oder am Markt Zertifikate zukaufen. So entsteht ein Marktwert für die Zertifikate – und damit für die Tonne Kohlendioxid.
Dazu bedarf es auch nicht zwingend einer Versteigerung. Der Emissionshandel der Europäischen Union hat gezeigt, dass sich auch ohne eine Versteigerung der Zertifikate, welche die Europäische Kommission einführen will, schnell ein Markt und ein Preis für CO2-Emissionen gebildet hat.
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Langfristig ist entscheidend, dass ein weltweit einheitlicher Emissionshandel mit einem globalen CO2-Preis etabliert wird. Wir bei Bayer befürworten dies ausdrücklich.
Bis dahin sollten Emissionsberechtigungen für klimafreundliche Energie-technologien kostenlos zugeteilt werden, um die Einführung solcher Technologien anzuregen. Denn technologische Innovation ist ein zentraler Hebel für die Reduktion der CO2-Emissionen.

Lassen Sie mich damit zum dritten Punkt des Maßnahmenpakets innerhalb der EU zum Schutz des Klimas kommen: der Steigerung der Energie-Effizienz. Den Chancen und Möglichkeiten in diesem Bereich messen wir bei Bayer besonders große Bedeutung zu.
Gezielte Maßnahmen zur Steigerung der Energie-Effizienz sollen laut Aktionsplan der EU vom Oktober 2006 bis zum Jahr 2020 zu einer Verringerung des Verbrauchs von Primärenergie um 20 Prozent führen.

Hier kommen zum ersten Mal Maßnahmen ins Spiel, die übergreifend von der Industrie bis zum Endverbraucher greifen können und sollen.
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