Presse-Information
31. März 2009
Ein Beitrag zum Klimaschutz:
„Grüne“ Rohstoffe für Isolierschäume
Neue Methode ermöglicht es, sehr leistungsfähige Polyole auf Basis natürlicher Pflanzenöle herzustellen
Leverkusen, März 2009 – Forscher von Bayer MaterialScience haben einen Weg gefunden, wie man Pflanzenöle ohne weitere chemische Umwandlung direkt zur Produktion von Polyetherpolyolen einsetzen kann. Diese enthalten dann zwischen 53 und 68 Prozent Rohstoffe aus nachwachsenden Quellen. „Ihr Eigenschaftsniveau ist mindestens genau so gut wie das von Polyolen, die ausschließlich aus Erdöl gewonnen werden“, sagt Dr. Klaus Lorenz, einer der beteiligten Forscher, in einem Vortrag auf der Konferenz während der UTECH Europe 2009, der weltweit größten Polyurethan (PUR)-Fachmesse. So können aus Polyolen auf Basis natürlicher Fettsäuren (Natural Oil Polyols, NOPs) thermisch isolierende Hartschäume etwa für Kühlschränke und für Gebäude hergestellt werden. Die Qualität dieser Schaumstoffe mit einem Anteil von 8 bis 15 Prozent nachwachsender Rohstoffe erreicht oder übertrifft diejenige von konventionellen Produkten. Mit seiner Entwicklungsarbeit unterstützt der Technologieführer Bayer MaterialScience Unternehmen, die im „grünen Marketing“ von PUR-Produkten neue Marktchancen erkennen, und weist auch für qualitativ höchstwertige Endprodukte Wege zur Einsparung fossiler Rohstoffe und zur Senkung von Treibhausgasemissionen.

Die neue Synthesemethode ist vielseitig einsetzbar: Zum einen sind nur wenige Modifikationen nötig, um existierende Polyol-Produktionsanlagen umzustellen. Zum anderen funktioniert sie mit allen Arten von Pflanzenölen. Somit sind die Öle der jeweils standortspezifischen Pflanzen für die Polyol-Herstellung nutzbar und weite Rohstofftransportwege können vermieden werden.

Wie Lorenz bei seinem UTECH-Vortrag weiter berichtet, haben deutsche Bayer-Forscher Polyurethan-Hartschäume für Kühlgeräte auf Basis von NOPs auf ihre physikalischen, prozesstechnischen und isolierenden Eigenschaften hin untersucht. „Es zeigte sich, dass die auf NOPs basierenden Schäume genauso exzellente Entformungseigenschaften aufweisen wie konventionelle State-of-the-art-Systeme“, so Lorenz. „Auch bei mechanischer Beanspruchung und Wärmeisolation stehen sie den konventionellen Schäumen in nichts nach.“ So erfüllen sie problemlos die Anforderungen der hohen Energieeffizienzklasse A+. In mancher Hinsicht bringt der Einsatz von NOPs in Polyol-Mischungen sogar Leistungsvorteile: Er erhöht die Löslichkeit des Treibmittels und eröffnet somit größere Freiräume bei der Formulierung der Schaumstoffe.

In den USA haben Forscher von Bayer MaterialScience NOPs für Polyisocyanurat (PIR)-Hartschäume hergestellt und getestet. Mit PIR-Schäumen etwa für Verbundplatten können Gebäude besonders kosteneffektiv wärmegedämmt werden. Ein Produkt haben die Bayer-Experten zur Marktreife weiterentwickelt und bieten es in der NAFTA-Region unter dem Namen Multranol® 8160 an. Es ist eine der Komponenten in einem Hartschaumsystem der neuen Produktlinie Eco-Max® des US-Unternehmens Rmax, einem Hersteller von PIR-Wärmedämmmaterialien.

„Mit Multranol® 8160 sind PIR-Hartschäume formulierbar, die nach den Kriterien des US-Landwirtschaftsministeriums USDA als „biobasiert“ einzustufen sind und bei denen man bei den wesentlichen Eigenschaften keine Abstriche hinnehmen muss“, so Lorenz. Nach einer Richtlinie der amerikanischen Regierung, die auf einem Vorschlag des USDA beruht, werden bei der Beschaffung von Produkten durch die öffentliche Hand biobasierte Produkte gegenüber solchen auf Basis petrochemischer Rohstoffe bevorzugt. Als biobasiert wird ein Hartschaum zur Gebäudewärmedämmung dann eingestuft, wenn er einen Anteil an Kohlenstoff aus nachwachsenden Quellen von mindestens sieben Prozent aufweist.

Über Bayer MaterialScience:
Mit einem Umsatz von 9,7 Milliarden Euro im Jahr 2008 gehört Bayer MaterialScience zu den weltweit größten Polymer-Unternehmen. Geschäftsschwerpunkte sind die Herstellung von Hightech-Polymerwerkstoffen und die Entwicklung innovativer Lösungen für Produkte, die in vielen Bereichen des täglichen Lebens Verwendung finden. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Automobilindustrie, die Elektro-/Elektronik-Branche sowie die Bau-, Sport- und Freizeitartikelindustrie. Bayer MaterialScience produziert an 30 Standorten rund um den Globus und beschäftigte Ende 2008 etwa 15.100 Mitarbeiter. Bayer MaterialScience ist ein Unternehmen des Bayer-Konzerns.

Mehr Informationen finden Sie unter www.bayermaterialscience.de.

Hotline für Leseranfragen:
Fax: (0221) 9902-160

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